Vom Paradeplatz in die totale Abhängigkeit
Fabian Wendel führte ein Leben auf der Überholspur. Als Führungskraft bei einer großen Schweizer Bank gehörte der Jetset zwischen Zürich und New York zu seinem Alltag. Status, Leistung und Erfolg waren seine Währungen. Doch ein einziger Moment im August 2022 änderte alles: Ein schwerer Mountainbike-Unfall im Wallis katapultierte ihn aus seinem alten Leben direkt in die totale Abhängigkeit.
Ein neuer Alltag: Zwischen EKG und Therapie
Heute ist Fabian Tetraplegiker, ab der Brusthöhe gelähmt. Das Video zeigt ungeschönt seinen neuen Alltag: Den Besuch der Spitex, die stundenlangen Vorbereitungen, um überhaupt in den Tag zu starten, und den humorvoll getauften "EKG" (Eierkontrollgriff) – eine notwendige medizinische Routineprüfung, die zeigt, wie sehr Fabian seine Privatsphäre aufgeben musste.
Glaube auf dem Prüfstand
Besonders berührend ist Fabians Umgang mit Gott. Er spricht offen darüber, dass er gelernt hat, Gott gegenüber auch ehrlich zu sagen: "Das ist nicht fair!". Er beschreibt eine Beziehung, die nicht mehr aus Pflichtgebeten besteht, sondern aus einer tiefen, ehrlichen Verbundenheit und dem Suchen nach "Himmel auf Erden" in den kleinen Momenten – wie der Hilfsbereitschaft eines Tramführers oder der unermüdlichen Unterstützung seiner Frau Rahel.
Hoffnung auf der Ersatzbank?
Trotz seiner Situation hat Fabian seinen Humor nicht verloren. Er beschreibt sich selbst metaphorisch als jemanden, der momentan "nicht einmal mehr auf der Ersatzbank" sitzt, sondern eher im "Paralleluniversum" der Reha parkiert ist. Und dennoch sucht er nach Wegen, sein Herz und seinen wachen Geist wieder sinnvoll für andere einzusetzen.